Leistungsspektrum

Klinische Diagnostik

Klinische Diagnostik

Um eine optimale Therapie einleiten zu können, werden alle derzeit verfügbaren Methoden der klinischen und bildgebenden Diagnostik eingesetzt.

Medikamentöse Therapie

Bei der Parkinson-Erkrankung gehen Zellen im Gehirn zugrunde, die Dopamin produzieren. Ziel der medikamentösen Therapie ist es daher, das Dopamin-Defizit wieder auszugleichen. Hierfür stehen verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung:

  • Levodopa
  • Dopamin - Agonisten
  • COMT - Hemmer
  • MAO - Hemmer
  • Amantadin

Nicht alle Medikamente sind für jeden Patienten geeignet, da sie auch Nebenwirkungen auslösen können, insbesondere Unruhe und Halluzinationen.

Aktivierende Verfahren: Das Haager-6-Säulen-Modell

Neben der medikamentösen Therapie sind aktivierende Therapieformen, insbesondere Physio-, Logo- und Ergotherapie wichtig für eine umfassende Therapie. Aus wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass Sport das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung verzögern kann.

Das multimodale Haager-6-Säulen-Modell der Therapie umfasst folgende Aspekte: Lebensfreude, Schlaf, Ernährung, Sport, Magen-Darm-Trakt und Medikation. Für diesen Therapieansatz ist die enge Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Schlaflabor, den Ernährungsmedizinern und Gastroenterologen von Vorteil. Ebenso sind in der Klinik Haag Psychologen und ein Psychiater tätig. In der physiotherapeutischen Praxis MobiliJa, die an die Klinik Haag angegliedert ist, können stationär begonnene Therapiekonzepte auch ambulant weitergeführt werden.

Therapiemöglichkeiten für das fortgeschrittene Krankheitsstadium

Die Parkinson-Erkrankung kann in den ersten Jahren meist gut und oftmals ohne größere Schwierigkeiten behandelt werden. Mit zunehmender Krankheitsdauer, meist nach etwa 5-10 Jahren, sind so viele dopaminerge Neurone verschwunden, dass der Ausgleich durch dopaminerge Medikation sich immer schwieriger gestaltet und es zu sog. Wirkfluktuationen kommt. Hierunter versteht man einen sehr raschen Wirkverlust der Medikamente, die klinisch zu Überbewegungen oder sehr unbeweglichen Phasen mit Steifheit der Muskulatur, Starthemmung und auch erhöhter Sturzgefahr führt. Das therapeutische Fenster für die Wirksamkeit der Tabletten wird immer geringer.

Für diesen Fall wurden spezialisierte Therapieverfahren entwickelt, deren Ziel eine kontinuierliche Verbesserung der Beweglichkeit ist.

Bei der Apo-Go-Pumpe wird ein Dopamin-Agonist unmittelbar unter die Haut gegeben, um so einen kontinuierlichen Wirkspiegel zu erzielen. Dieses Verfahren ist sehr einfach in der Handhabung und wenig invasiv.

Bei der Duodopa-Pumpe wird Dopamin kontinuierlich als Gel im oberen Dünndarm abgegeben. Auch hierdurch kann ein kontinuierlicher Wirkspiegel erzielt werden, allerdings ist für diese Therapieform die Anlage einer Magensonde erforderlich. Diese Therapieform kann daher auch mit einer Ernährung über eine Sonde kombiniert werden.

Die Tiefe Hirnstimulation ist ein Schrittmacher für das Gehirn. Wie bei einem Herzschrittmacher wird Strom abgegeben, um die Organfunktion zu verbessern. Zielpunkt sind die motorischen Schaltzentralen im Gehirn. Durch die Beeinflussung der zentralen motorischen Verschaltungen kann die Beweglichkeit erheblich verbessert werden. Dieses Verfahren ist am effektivsten, erfordert jedoch eine Operation.